Branchenzuschläge



In Deutschland gibt es die Tarifautonomie. Diese besagt, dass zuständig für die Gestaltung des Arbeitsverhältnisses einschließlich der Bezahlung die sogenannten Tarifvertragsparteien sind – also die Vertretungen der Arbeitnehmer (Gewerkschaften) und der Arbeitgeber (Arbeitgeberverbände).

In Tarifverträgen regeln diese die Rahmenbedingungen der Arbeit und auch Entgeltsteigerungen. Für Zeitarbeitnehmer in Deutschland gilt: Sie müssen grundsätzlich – auch in der Entlohnung – so behandelt werden, wie der vergleichbare Mitarbeiter im Einsatzbetrieb. Es sei denn, es kommt ein Tarifvertrag für die Zeitarbeit zur Anwendung. Eine solche tarifliche Regelung bildet aktuell die Grundlage für fast alle Zeitarbeitsverhältnisse, die
es in Deutschland gibt. Eine so hohe Tarifbindung wie in der Zeitarbeit gibt es in keiner anderen Branche in Deutschland.

Mindestlohn



Der Zeitarbeitsgrundlohn ist als Branchen-Mindestlohn allgemeinverbindlich, auch für Zeitarbeitnehmer, die aus dem Ausland nach Deutschland überlassen werden. So wird hier effektiv Lohndumping ausgeschlossen.

Warum gibt es Branchenzuschläge?
Es gibt Branchen, in denen gibt es spürbare Unterschiede in der Entlohnung zwischen Mitarbeitern der Zeitarbeit und der sogenannten "Stammbelegschaft" im Einsatzbetrieb. Für diese Branchen sind Branchenzuschlagstarife vereinbart worden.

Wann kommen Branchenzuschläge zum Tragen?
Je länger der Einsatz dauert, desto höher sind die Branchenzuschläge. Die erste Stufe wird nach sechs Wochen ununterbrochenem Einsatz im selben Betrieb erreicht. Weitere Erhöhungen sind nach drei Monaten, fünf Monaten, sieben Monaten und neun Monaten vorgesehen. Die konkreten Erhöhungsstufen variieren je nach Branchenzuschlagstarif und schließen so die "Tariflücke".

Für welche Branchen wurden Branchenzuschläge vereinbart?
  • Metall- und Elektroindustrie, gültig ab 1.11.2012
  • Chemische Industrie, gültig ab 1.11.2012
  • Kunststoff verarbeitende Industrie, gültig ab 1.1.2013
  • Kautschukindustrie, gültig ab 1.1.2013
  • Schienenverkehrsbereich, gültig ab 1.4.2013
  • Textil und Bekleidung, gültig ab 1.4.2013
  • Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie, gültig ab 1.4.2013

Was ist, wenn ein Einsatz, für den Branchenzuschläge anfallen, unterbrochen wird?
Wird der Einsatz in einem Betrieb drei Monate oder länger unterbrochen, wird bei einem erneuten Einsatz in demselben Betrieb wieder von vorne gezählt – also zunächst wieder ohne Branchenzuschläge. Dann gibt es die erste Stufe der Branchenzuschläge wieder nach sechs Wochen im Einsatzbetrieb. Ist die Unterbrechung kürzer als drei Monate, erhält der Mitarbeiter bei einer Rückkehr in den selben Einsatzbetrieb Branchenzuschläge entsprechend dem Anspruch, der beim Verlassen des Betriebes bereits erworben wurde. Feiertage, Urlaub und Krankheit während der Entgeltfortzahlung (höchstens sechs Wochen) zählen zur Einsatzdauer für den Einsatz im jeweiligen Kundebetrieb, solange der Einsatz dort weiterläuft.

Was geschieht, wenn der Einsatz für den es Branchenzuschläge gibt wieder vorbei ist?
Die Branchenzuschläge sind auf den jeweiligen Einsatz beschränkt. Endet der Einsatz, endet auch der Bezug der Branchenzuschläge und die Vergütung orientiert sich wieder an dem Zeitarbeitsgrundlohn.

Quelle: www.ig-zeitarbeit.de